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Warum braucht es eine
Schiessbrille ?
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Muss ein Schütze
beispielsweise auch im täglichen Leben eine Brille tragen, sollte er dieselbe
niemals beim Schiessen verwenden. Bei einer normalen Brillenfassung zielt der
Schütze durch ein absolut unzentrisch gestelltes Brillenglas. Der optische
Mittelpunkt ( Stelle des schärfsten Sehens ) fällt nicht mit der Pupille
zusammen.
Ein kleiner Versuch :
Der Brillenträger beobachtet mit einem Auge ein Objekt in ca. 10 m Entfernung
beim Blick geradeaus. Nun wird der Kopf stark zur Seite gedreht, man stellt
dabei fest, das zum Rande des Brillenglases hin die Sehschärfe deutlich
abnimmt. Beim Schiessen mit einer normalen Brille ergibt sich das gleiche
Verhältnis. Unschärfen und ein Rutschen der Brille, sowie meistens Anlaufen
der Gläser, sind weitere unangenehme Nebenerscheinungen. Somit sollte ein
aktiver Schütze eine Schiessbrille tragen.
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Verschiedene Zielbilder :
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Schwarz 6 |
Fleck |
Scheibenrahmen |
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Halteraum |
Zielbild ab ca. 40 Jahren :

Auge auf Scheibe eingestellt
Auge auf Korn eingestellt
= Korn unscharf
= Scheibe unscharf
Das Auge und sein Aufbau :

Die häufigsten Sehfehler
:

Die Kurzsichtigkeit ( Myopie )
Der Augapfel des kurzsichtigen Auges ist zu
lang gebaut. Das bewirkt, dass die Bilder vor der Netzhaut entstehen. Der Kurzsichtige
sieht somit Dinge in der Nähe relativ deutlich, in einiger Entfernung jedoch
verschwommen. Je nach Grad der Kurzsichtigkeit kann der Schütze das Diopterloch, sowie
den Block oder den Ring relativ deutlich, die Scheibe jedoch verschwommen wahrnehmen.

Die
Weitsichtigkeit ( Hyperopie )
Der Augapfel des übersichtigen Auges ist zu
kurz gebaut. Das bewirkt, dass die Bilder hinter der Netzhaut entstehen. Bei schwacher
Übersichtigkeit kann es vorkommen, dass der Betroffene in den jüngeren Jahren nichts
davon merkt. Mittels Akkommodation ( Muskelanstrengung ) kann dieser Fehler bis zu einem
gewissen Punkt behoben werden. Je nach Grad der Übersichtigkeit kann die Scheibe sowie
Block oder Ring mit großem Akkommodationsaufwand relativ deutlich gesehen werden.

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Das sehen im Schiesssport
Franz Gerwer Vertrauensoptiker der Nationalmannschaft
Referent an der schweiz. Gewehr und Pistolenschiessschule
Ein gutes Sehvermögen ist eine der ersten Voraussetzungen
für eine optimale Leistung. Der Sportler muss bei jeder Sportart wie z.b.
Weitsprung, Hochsprung oder bei allen Ballspielen Entfernungen abschätzen und
alle Gegenstände genau erkennen können. Von allen Sportarten werden aber
sicher beim Schiessen die höchsten Anforderungen an unser Sehorgan gestellt.
Der Schütze muss über längere Zeit auf verschiedene Distanzen sehr kleine
Objekte erkennen und immer wieder gleich gut wahrnehmen können.
Kleinere Sehfehler, welche im normalen
täglichen Leben meistens unbemerkbar bleiben, wirken sich unter Umständen beim
Schiessen bereits negativ aus. Somit werden nicht nur an das Auge, sondern auch
an die nötige Sehhilfe außerordentlich hohe Anforderungen gestellt. Von
vornherein lässt sich sagen, dass zum Schiessen Kontaktlinsen fast immer
ungeeignet sind, weil sie auf der Hornhaut schwimmen und sich bei jedem
Lidschlag bewegen. Dadurch entstehen kleine optische Verschiebungen, die sich
beim Zielen sofort negativ bemerkbar machen können, weil das Schussbild
abweicht. Hinzu kommt, dass der Schütze über relativ lange Zeit möglichst
ohne zu blinzeln das Ziel fixiert. Durch die niedrige Lidschlagfrequenz trocknet
die vordere Linsenfläche schneller aus, worunter die optische Qualität des
Zielbildes leidet. Daraus schließen wir, dass der Schütze eine Schiessbrille
exakt optisch und technisch angepasst braucht.
Das Sehen bei sich verändernden
Lichtverhältnissen
Die wechselnden Bedingungen sind für den
Schützen sehr oft problematisch. Ist der Athlet doch auf einen optimalen
Sehkontrast angewiesen. Doch ist ein Idealbild sehr oft nur ein Wunschtraum. Aus
meiner eigenen Schiesspraxis erlebe ich immer wieder, dass die idealen
Voraussetzungen höchstens 3 - 4 mal pro Saison vorhanden sind. Vielmehr gibt es
störende Lichtwechsel, Gegenlichtsituationen, Streulicht, Wind etc. Nun heißt
es hinter der Waffe das richtige zu tun. Nicht das Wunschbild einschalten,
sondern mit der gegebenen Situation best möglichst umzugehen. Ein großer
Faktor spielt dabei die Mentale - Einstellung. Das gesunde menschliche Auge ist
jederzeit in der Lage normal verändernde Lichtverhältnisse zu adaptieren ( Das
heißt : Die Pupille reguliert den Lichteinfall ). Sicherlich ist es interessant
zu wissen wie viel Licht überhaupt auf unser Sehorgan einwirkt.
Einige Beispiele : Um die Mittagszeit im
Februar beträgt die durchschnittliche Tageslichtstärke ca. 10'000 LUX. Im Juni
und Juli hingegen ca. 70'000 LUX. Im September haben wir von 06.00 - 12.00 Uhr
eine Steigerung der Tageslicht - Intensität von 100 - 40'000 LUX zu verkraften.
Als Vergleich : Für ein gut erleuchteter Arbeitsplatz sind
ca. 500 - 1000 LUX nötig. Eine Indoor - Schiessanlage sollte 1000 LUX aufweisen
nach ISSF Norm. Die Praxis zeigt nun folgende Situation auf : In der Regel
bekundet der Schütze bei sogenannten normalen Lichtverhältnissen oder bei eher
dumpfen Licht keine Mühe ein gutes Kontrastbild zu erhalten. Bei heller oder
gar grellen Scheiben wird die Problematik größer. Ganz speziell ist bei
flacher Sonneneinstrahlung die Blendempfindung wesentlich größer als bei einem
hohen Sonnenstand. Nun gilt es für den Schützen das Richtige zu tun.
Grundregel :
Das persönliche Empfinden ist von verschiedenen Faktoren
abhängig, Alter, Sehfehler, Netzhautempfindlichkeit, Adaptationsfähigkeit, um
nur einige Möglichkeiten zu nennen. Jedes Auge interpretiert die
augenblickliche Situation verschieden. Somit muss auch jeder Schütze seine
eigenen persönlichen Maßnahmen ergreifen.
Mit den technischen Möglichkeiten an der Waffe, kann der
Schütze gewisse Probleme verbessern. Bei den Armeewaffen sollte er unbedingt
eine Irisblende benützen, damit kann die Tiefenschärfe reguliert werden. Bei
Sportwaffen ist auch ein Irisring von Vorteil. Doch gilt es mit diesen
Instrumenten richtig umzugehen. Ebenso wichtig ist vor allem beim Blockkorn die
Zieltechnik.
Für die verschiedenen Lichtbedingungen kann mit einem
entsprechenden Farbfilter der Kontrast wesentlich verbessert werden. Für den
aktiven Schützen empfehle ich grundsätzlich 2 Filterarten : Der blaue ACE
Filter, geeignet für helle bis grelle sowie Wechsellicht. Der Gelbfilter ist
vor allem bei Gegenlichtsituationen von Vorteil. Ebenso ist er geeignet für die
B Scheibe. Ergänzend gibt es verschiedene Zwischentönungen.
Bei den Sportwaffen gibt es integrierte Farbfilter bei der
Irisblende. Diese Verwendungen ergeben jedoch einen großen Nachteil : z.B. der
Schütze verwendet einen dunklen Filter egal welcher Farbe bei jedem Anschlag
muss das Sehorgan jeweils die Farbe adaptieren. Nach dem Schuss geht die Waffe
vom Auge weg, somit muss die veränderte Bedingung wieder adaptiert werden. Das
Auge hat dadurch zusätzlich eine Belastung zu bewältigen.
Zum Schluss muss ich immer wieder betonen, dass jedes Auge
seine individuelle Empfindung hat. Jeder Schütze muss schlussendlich seine
persönliche Situation beurteilen. Was für den Einen gut, ist für den Anderen
schlecht.

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